Universität Konstanz Exzellenzcluster „Kulturelle Grundlagen von Integration“

Doktorandenkolleg „Zeitkulturen“

Das Doktorandenkolleg beschäftigt sich mit der kulturellen Modellierung von Zeit und mit kulturell, sozial oder politisch fundierten und durchgesetzten Zeitordnungen. Statt von einem unveränderlichen Zeitkontinuum auszugehen, betrachtet es unterschiedliche Muster, nach denen sinnhafte bzw. funktionale Abfolgen und Gleichzeitigkeiten erzeugt werden. Auf diese Weise soll insbesondere herausgearbeitet werden, wie sich Verfahren der Sequenzierung und Synchronisierung von Kultur zu Kultur und Epoche zu Epoche unterscheiden. „Zeitkulturen“ stellen allerdings nicht nur Bedingungen dar, unter denen temporale Ordnung erzeugt wird. Sie umfassen auch Faktoren ihrer Auflösung oder ihres Zusammenbruchs. Von besonderem Interesse ist daher der stets labile Übergang zwischen Kontingenz und zeitlicher Ordnungsbildung.

Im Doktorandenkolleg „Zeitkulturen“ laufen Fragestellungen von (z. Z.) Historikern, Literaturwissenschaftlern, Soziologen, Politikwissenschaftlern, Philosophen und Juristen zusammen; die Aufnahme von Projekten aus anderen am Cluster beteiligten Disziplinen (z.B. Rechtswissenschaften, Medienwissenschaften) ist erwünscht. Das Konzept ist auf die Forschungszusammenhänge des Exzellenzclusters abgestimmt und soll die Doktoranden in diese Forschungen einbeziehen. Das Kolleg erforscht die diachrone und synchrone Organisation von Gesellschaften, Funktionssystemen oder Diskursen und die Selbstverortung von Individuen und Gruppen in verschiedenen konkurrierenden Zeitordnungen sowie zwischen Vergangenheit und Zukunft. Auf diese Weise behandelt es die Thematik von Integration und Desintegration aus zeitlicher Perspektive.

Sprecher

Prof. Dr. Jürgen Osterhammel

Stellvertretende Sprecherin

Prof. Dr. Ulrike Sprenger

Doktorandinnen und Doktoranden

Katharina Baier
Wartezeiträume um 1900. Zeitstrukturen, Raum- und Machtordnungen im Zeichen des Transitären. Abstract

Julian Bauer
Zellen, Wellen, Systeme. Konfigurationen des Lebens und Ordnungen des Wissens, ca. 1900–1930. Abstract

Michael Dengler
Zeitmaschinen, Sakralautomaten, Frömmigkeitsapparate. Die Produktion sakraler Zeiten im Kirchenraum der Vormoderne. Abstract

Franz Leander Fillafer
Escaping the Enlightenment. The Persistency and Historicisation of the Enlightenment in the Nineteenth-Century Habsburg Monarchy. Abstract

Daniela Fuhrmann
Konfigurationen der Zeit in spätmittelalterlicher Offenbarungsliteratur. Abstract

Kristina Kuhn
„Wir gewinnen im Kleinen, und verlieren im Großen.“ Literarisierung von Geschichtsphilosophie um 1800. Abstract

Miriam Lay Brander
Raum-Zeiten. Erzählen und Zeigen im Sevilla der Frühen Neuzeit. Abstract

Gunnar Lenz
Das kulturelle Gedächtnis der Stalinzeit. Zeit- und Geschichtsvorstellungen in der Sowjetunion der 1930er und 1940er Jahre. Abstract

Thomas Malang
Time Regimes And Cultures of Time as Determinants of Public Attitudes Towards Political Change. Analyzing the European Integration Process Under a Temporal Perspective. Abstract

Hanna Steinmetz
Atmospheres of Converted Architecture: Technologies of aestheticizing buildings in re-use
Abstract

Leon Jesse Wansleben
‘Economists in-between’: The epistemic profile of macro-economic experts in the financial industry. Abstract

Gwendolyn Whittaker
In der Schule der Moderne. Epochenkommentare und Bildungsprozesse in der deutschsprachigen Schulliteratur zwischen 1880 und 1918. Abstract

Gunila Ariane Wittenberg
Existenz zwischen Erweckung und Endzeit. Zeitlogik, religiöse Praxis und Selbstverortung des Individuums in der Pfingstbewegung in Lateinamerika. Abstract

Alumni

Kristina Kuhn
„Wir gewinnen im Kleinen, und verlieren im Großen.“ Literarisierung von Geschichtsphilosophie um 1800. Abstract

Miriam Lay Brander
Raum-Zeiten. Erzählen und Zeigen im Sevilla der Frühen Neuzeit. Abstract

Gunnar Lenz
Das kulturelle Gedächtnis der Stalinzeit. Zeit- und Geschichtsvorstellungen in der Sowjetunion der 1930er und 1940er Jahre. Abstract

Christian H. Meier
Wandel und Beschleunigung. Zeitgefühl in Ägypten im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Abstract

Kolloquium

Die Mitglieder des Doktorandenkollegs treffen sich regelmäßig mittwochs. Im Mittelpunkt der Treffen stehen wissenschaftlicher Austausch und Weiterbildung.