Universität Konstanz Exzellenzcluster „Kulturelle Grundlagen von Integration“

Idiome der Gesellschaftsanalyse

Soziologie, Literaturwissenschaft, Geschichte, Philosophie

Gesellschaftsanalysen sind keine exklusive Domäne der Soziologie. Auch andere Disziplinen unternehmen Analysen des Gesellschaftlichen, etwa die Literaturwissenschaft, Politikwissenschaft, Historiografie und Philosophie. Ebenso werden sie in nichtwissenschaftlichen Kontexten formuliert, etwa in der Journalistik, in fiktionalen Texten und Medienprodukten und in so genannten „Alltagstheorien“.

Die interdisziplinäre Forschungsgruppe „Idiome der Gesellschaftsanalyse“ untersucht solche Analysen des Gesellschaftlichen aus zwei Perspektiven.

Erstens befasst sie sich mit den historischen, sozialen und kulturellen Prozessen, die die Rahmenbedingungen für Gesellschaftsanalysen abgeben, denn letztere sind immer Teil „ihrer“ Gesellschaft: Sie sind idiomatisch, weil sie mit Vorverständnissen operieren, die selten thematisiert und problematisiert werden.

Zweitens geht es der Forschungsgruppe um die Art und Weise, wie Gesellschaftsanalysen zur symbolischen Konstitution und Konstruktion ihres Gegenstands beitragen: Gerade weil Gesellschaftsanalysen idiomatisch in den Gegenstand ihrer Untersuchung eingelassen sind, reproduzieren und modifizieren sie die Deutungsmuster, mittels derer sich Gesellschaftsmitglieder „ihre“ Gesellschaft vorzustellen und sich in ihr zu orientieren pflegen.

Arbeitsvorhaben

Die Arbeitsvorhaben in der Forschungsgruppe widmen sich insbesondere den Beziehungen, Querverbindungen, wechselseitigen Stabilisierungen oder Unterwanderungen von Gesellschaftsanalysen aus unterschiedlichen Diskursen.

Ehemalige Projekte

Einblicke

Lesung „Kultur und Übersetzung“ mit Yoko Tawada und Naoki Sakai (Juni 2011) online ansehen/anhören