Zentrum und Peripherie, Eigenes und Fremdes im „Prager“ publizistischen Diskurs der Zehner und Zwanziger Jahre
Teilprojekt des Forschungsverbundes „Prag als Knotenpunkt europäischer Modernen“
Abstract
Mit dem Zusammenbruch der Habsburger Monarchie und der Gründung des tschechoslowakischen Staates wird Prag, symbolischer Ort in den nationalen und individuellen Identitätsdiskursen der tschechischen Literatur des 19. Jahrhunderts, zur Hauptstadt eines modernen, demokratischen Nationalstaates. Die deutschsprachige Bevölkerung des jungen Staats, seit der Schlacht am Weißen Berg politische und kulturelle Vorherrschaft gewöhnt, rückt vom Zentrum an die Peripherie des neuen Staatskonstrukts. Dieser Prozess bringt eine Gleichzeitigkeit von Ungleichzeitigem und die Ausdifferenzierung intellektueller Positionen und persönlicher wie kollektiver Identitätsdiskurse mit sich.
Wie schlägt sich der neue Wertekanon, der sich aus den Mythologemen der slawisch-tschechischen Wiedergeburt speist und zum Gründungsmythos der ersten tschechoslowakischen Republik wird, in den publizistischen Texten von Autoren wie Richard Weiner, Egon Erwin Kisch, Milena Jesenská u.a. nieder? Wie formuliert sich vor diesem Hintergrund persönliche und kollektive, nationale und individuelle, deutsche, tschechische, jüdische – Prager Identität (neu)? Welche Rolle spielen bei dieser (Neu)Definition Kategorien wie „eigen“ und „fremd“ bzw. „zentral“ und „peripher“, und (in welcher Form) lassen sie sich in den ausgewählten Texten und Diskursen nachweisen? Eine komparatistische Betrachtung tschechisch- und deutschsprachiger Texte entlang dieser Analysekategorien könnte geeignet sein, neue Aspekte der (trans)kulturellen Verfasstheit der Prager Moderne zu erweisen.
Veranstaltungen
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21. Mai 2012
The Virtual Hadrian’s Villa
Prof. Dr. Bernard D. Frischer (Virginia)
Vortrag in Kooperation mit dem Zukunftskolleg
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23. Mai 2012
EU-Migrationsrecht zwischen universeller Freizügigkeit und „Festung Europa“
Prof. Dr. Daniel Thym (Konstanz)
Kulturwissenschaftliches Kolloquium
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24. Mai 2012
Das I/innere Afrika des Realismus. Literatur und Wissen über Afrika in der (Zeitschriften-)Kultur der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
Dr. Daniela Gretz (Bochum)
Arbeitsgespräch des Kulturwissenschaftlichen Kollegs
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24. Mai 2012
Rationalism tries to meet Empiricism: The Leibniz-Locke dialogue that didn't take place
Prof. Dr. Marcelo Dascal (Tel Aviv University)
Lecture
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25. Mai 2012
Körper in Bewegung – Sport durch die Jahrhunderte
Universitätstag der Geisteswissenschaften
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30. Mai 2012
Reisen in Grenzregionen. Dokumentarische Blicke, mobile Betrachter
Werkstattgespräch
mit Ulrike Ottinger, Ursula Biemann, Shaheen Dill-Riaz, Deniz Göktürk, Sven Sappelt, Tanja Zimmermann. [geändertes Datum]
Audio/Video
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17. April 2012
„Nirgendwo Gott näher sein als hier“
Die ARD-Sendung Weltreisen begleitet die Konstanzer Historikerin Verena Krebs und ihren Assistenten Philip Mayer auf ihrer kunsthistorischen Forschungsreise zu den berühmten Felsenkirchen im Norden Äthiopiens. Einblicke