Die Kulturdynamik von Religion
Religion ist ein universales Phänomen, das in besonderer Wechselwirkung zu Kultur steht: Einerseits baut ihre konkrete institutionelle Ausformung jeweils auf kulturellen Voraussetzungen auf; andererseits trägt Religion als einflussreicher Sinngenerator selbst maßgeblich dazu bei, Stabilität und Flexibilität sozialer Ordnungszusammenhänge zu gewährleisten.
In diesem Forschungsfeld arbeiten Ägyptologen, Historiker, Literaturwissenschaftler und Soziologen zusammen, um in einem breiten historischen Spektrum von den antiken Hochkulturen bis zur Gegenwart die Bedeutung von Religion in Prozessen von Integration und Desintegration zu untersuchen.
Die kulturelle Dimension von Integration und Desintegration ist ohne das Religiöse unvorstellbar. In mehrfacher Hinsicht wirkt es auf soziale Ordnungsbildung ein. Aus ihrer eigenen Institutionalisierung heraus hat Religion in allen historisch bekannten Gesellschaftsformationen einen evolutionären Beitrag zur institutionellen Ausprägung gesellschaftlicher Strukturbildung geleistet.
Auf diese Weise formt sie die institutionellen und materiellen Bedingungen, unter denen Gesellschaften die kulturellen Ressourcen von Integration und Desintegration hervorbringen, maßgeblich mit. In ihrer systemischen Verfestigung ist sie dabei ihrerseits auf kulturelle Ressourcen angewiesen.
Darüber hinaus nimmt Religion als institutionalisierte und oft auch organisierte Weltdeutung und Selbstbeobachtung in den meisten Gesellschaften entscheidenden Einfluss auf das, was Kultur inhaltlich überhaupt sein kann.
Durkheim hat Religion aus diesem Grund generell mit der Gesellschaftlichkeit des Menschen gleichgesetzt. Nicht erst durch die Ereignisse der jüngsten Vergangenheit zeigt sich Religion allerdings gleichzeitig als eine Quelle der Gewalt, der fundamentalistischen Entdifferenzierung von Sinnmustern und als Triebfeder gesellschaftlicher und staatlicher Konflikte.
Veranstaltungen
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3. Februar 2012
Das Reale in der Psychoanalyse
Workshop des Graduiertenkollegs „Das Reale in der Kultur der Moderne“
Fr-Sa, 3.-4. Februar 2012
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7. Februar 2012
Bloggen, Twittern, Sharen in der Wissenschaft. Zeitverschwendung oder Chance?
Brown-Bag-Seminar
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8. Februar 2012
One in Many, Many in One
How Integration Emerged in the Discourse on Islam and Science
Prof. Leif Stenberg, Dr. Stefano Bigliardi (Lund University, Center for Middle Eastern Studies)
Kulturwissenschaftliches Kolloquium
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9. Februar 2012
„Das ist Amerika!“ Visuelle Repräsentationen der USA in der sowjetischen Presse während des Kalten Krieges
Dr. Isabelle de Keghel (Berlin)
Arbeitsgespräch des Kulturwissenschaftlichen Kollegs
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10. Februar 2012
Benjamin Disraeli: Romanwelten eines Politikers
Seminar im Rahmen der Dahrendorf-Gastprofessur
Patrick Bahners (Frankfurt M.), Matthias Oppermann (Potsdam)
Fr-Sa, 10.-11. Februar 2012
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13. Februar 2012
Basque Culture and Political Conflict
Basque Symposium Konstanz
Mon-Tue, 13-14 February 2012
Audio/Video
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12. Dezember 2011
Zarte Lyrik und die Herrschaft des Buches [Update]
Der Literaturwissenschaftler Albrecht Koschorke über „Dichtende Despoten“. Videobeitrag von zdf.kultur und 3sat Kulturzeit