Identitätskulturen
Dieses Forschungsfeld untersucht, wie drei maßgebliche Referenzen von Integration kulturell konstituiert werden: kollektive Identität und die Grenzen zwischen Gemeinschaften; individuelle Subjektivität und Identität; sowie Objekte und Gegenstände in sozialen Beziehungen.
Was bislang in der Regel als vorgesellschaftliche Grundlage von Vergesellschaftung und sozialer Integration betrachtet wurde – die individuelle Identität der Person, die empirische Gegebenheit der Objekte und die Identifikation mit einer Gemeinschaft –, wird somit als kulturelles Konstrukt ausgewiesen, das in bestimmten sozialen Feldern erzeugt und in bestimmte soziale Beziehungen eingebettet wird. Um individuelle wie kollektive Identität zu behaupten, bedarf es der Anerkennung durch Außenstehende. Diese wiederum wird vor allem dann zuteil, wenn sich die Identitätsbehauptung innerhalb des Rahmens von kulturellen Vorstellungen „gelungener“ individueller Subjektivität oder „begründeter“ sozialer Grenzen bewegt.
Statt in der Betrachtung von Identität und Objektivität eine empiristische oder eine transzendental idealistischen Position zu vertreten, nimmt dieses Forschungsfeld einen Perspektivenwechsel vor. Demzufolge erscheinen die Identität des einzelnen Subjektes, die Identität einer Gemeinschaft und die Identität der Objekte nicht mehr als transzendente und unabhängige Gegebenheiten, sondern als Projektionen sozialer Beziehungen und Verkörperungen kultureller Muster.
Kulturelle Muster kommen dabei in zweifacher Hinsicht ins Spiel. Zunächst tragen Objekte wie Subjekte immer schon kulturelle Bedeutung: sie werden kulturell klassifiziert und imaginiert, mit kulturell bedeutsamen Routinen und Ritualen behandelt, ihre Geschichte wird in kulturellen Rahmungen erzählt. Eine solche elementare Kulturalisierung ist freilich kaum überraschend und neu. Ein origineller Zugriff ergibt sich erst auf einer Metaebene, wo es um die allgemeinen kulturellen Vorstellungen „geglückter“ individueller und kollektiver Identität, um kulturelle Schemata für „fraglos gegebene“ Objekte, um kulturelle Modelle für „berechtigte“ Gemeinschaftsgrenzen und plausible Gründungsgeschichten geht. Diese kulturellen Muster bieten einen appellationsfähigen Rahmen für die Kommunikation zwischen Subjekten über Subjektivität, zwischen Gemeinschaften über kollektive Identität, zwischen praktisch Handelnden über Gegenständlichkeit.
Veranstaltungen
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3. Februar 2012
Das Reale in der Psychoanalyse
Workshop des Graduiertenkollegs „Das Reale in der Kultur der Moderne“
Fr-Sa, 3.-4. Februar 2012
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7. Februar 2012
Bloggen, Twittern, Sharen in der Wissenschaft. Zeitverschwendung oder Chance?
Brown-Bag-Seminar
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8. Februar 2012
One in Many, Many in One
How Integration Emerged in the Discourse on Islam and Science
Prof. Leif Stenberg, Dr. Stefano Bigliardi (Lund University, Center for Middle Eastern Studies)
Kulturwissenschaftliches Kolloquium
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9. Februar 2012
„Das ist Amerika!“ Visuelle Repräsentationen der USA in der sowjetischen Presse während des Kalten Krieges
Dr. Isabelle de Keghel (Berlin)
Arbeitsgespräch des Kulturwissenschaftlichen Kollegs
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10. Februar 2012
Benjamin Disraeli: Romanwelten eines Politikers
Seminar im Rahmen der Dahrendorf-Gastprofessur
Patrick Bahners (Frankfurt M.), Matthias Oppermann (Potsdam)
Fr-Sa, 10.-11. Februar 2012
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13. Februar 2012
Basque Culture and Political Conflict
Basque Symposium Konstanz
Mon-Tue, 13-14 February 2012
Audio/Video
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12. Dezember 2011
Zarte Lyrik und die Herrschaft des Buches [Update]
Der Literaturwissenschaftler Albrecht Koschorke über „Dichtende Despoten“. Videobeitrag von zdf.kultur und 3sat Kulturzeit