Abstract
Die Epistemologie und Genealogie der Sozialwissenschaften hat herausgestellt, dass die Entstehung der quantitativen empirischen Sozialforschung eng mit der Genese gesellschaftlicher Kollektivvorstellungen verknüpft ist. Die Gesellschaften, in denen wir leben, stellen wir uns in Begriffen wie „Durchschnittsalter“, „Ausbildungsstandard“, „mittleres Einkommensniveau“ vor. Darüber ist bisher unbeachtet geblieben, dass auch Kategorien aus der qualitativen Sozialforschung Eingang in die Selbstbeschreibung von Gegenwartsgesellschaften gefunden haben – prominent etwa die Kategorie des „Falls“. Ist unser Verständnis von Gesellschaft durch diese Kategorie nicht ebenso stark geprägt wie durch statistische Vorstellungen? Etwa wenn im politischen, juristischen und administrativen Diskurs von „Härtefällen“ und „Ausnahmefällen“ die Rede ist oder – wie in der sozialen Arbeit, im Gesundheitssystem und in der Bundesagentur für Arbeit – von „Fallmanagement“? Stellen wir uns die Beziehungen zwischen Durchschnitt und Abweichung, zwischen Zentrum und Peripherie und zwischen Regel und Ausnahme in unseren Gesellschaften nicht in Begriffen von „Fall“ vor? Das Forschungsprojekt „Arbeit am Fall“ fragt unter vergleichendem Aspekt nach den wissenschaftlichen Operationen und sozialen Zirkulationsprozessen, die gegenwärtige Wissensgesellschaften zunehmend zu Fallgesellschaften machen.
Veranstaltungen
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3. Februar 2012
Das Reale in der Psychoanalyse
Workshop des Graduiertenkollegs „Das Reale in der Kultur der Moderne“
Fr-Sa, 3.-4. Februar 2012
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7. Februar 2012
Bloggen, Twittern, Sharen in der Wissenschaft. Zeitverschwendung oder Chance?
Brown-Bag-Seminar
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8. Februar 2012
One in Many, Many in One
How Integration Emerged in the Discourse on Islam and Science
Prof. Leif Stenberg, Dr. Stefano Bigliardi (Lund University, Center for Middle Eastern Studies)
Kulturwissenschaftliches Kolloquium
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9. Februar 2012
„Das ist Amerika!“ Visuelle Repräsentationen der USA in der sowjetischen Presse während des Kalten Krieges
Dr. Isabelle de Keghel (Berlin)
Arbeitsgespräch des Kulturwissenschaftlichen Kollegs
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10. Februar 2012
Benjamin Disraeli: Romanwelten eines Politikers
Seminar im Rahmen der Dahrendorf-Gastprofessur
Patrick Bahners (Frankfurt M.), Matthias Oppermann (Potsdam)
Fr-Sa, 10.-11. Februar 2012
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13. Februar 2012
Basque Culture and Political Conflict
Basque Symposium Konstanz
Mon-Tue, 13-14 February 2012
Audio/Video
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12. Dezember 2011
Zarte Lyrik und die Herrschaft des Buches [Update]
Der Literaturwissenschaftler Albrecht Koschorke über „Dichtende Despoten“. Videobeitrag von zdf.kultur und 3sat Kulturzeit