Jüdische Friedhöfe im mittelalterlichen Reich
Gestalt und Bedeutung ihres Raumes (11.-16. Jh.)
Abstract
In meinem Dissertationsprojekt untersuche ich jüdische Friedhöfe im mittelalterlichen Reich als Orte möglicher Verwurzelung und erfasse ihre Bedeutung für das jüdische Sozialgefüge und somit eine jüdische Raumkonstitution. Inwieweit haben die Begräbnisstätten der Ahnen als greifbare Fixpunkte – die Totenruhe gilt nach jüdischer Auffassung als unantastbar – eine Kohäsion der Gemeinden befördert und gar die Empfindung örtlicher Zugehörigkeit vermittelt? Als wie zentral oder marginal ist die Stellung des Friedhofes innerhalb jüdischer Sozialbeziehungen zu bewerten? Worin besteht also die gemeinschaftsstiftende Wirkung des Friedhofsraumes?
Im Anschluss an Ansätze des sog. spatial turn wird Raum als soziale Konstruktion gedacht. Grundlegend hierfür ist die begriffliche Unterscheidung zwischen Ort und Raum: Handelt es sich bei Orten um eindeutig definierbare Stellen und Plätze der Erdoberfläche (z. B. den Friedhof oder die Judengasse mit Synagoge), werden Räume durch Verbindung und Bewegung der Menschen zwischen diesen und anderen Orten geschaffen. Die Erfassung von Räumen basiert also stets auf der Analyse sozialer Beziehungen. Um Gestalt und Bedeutung des jüdischen Friedhofs zu verstehen, sollen diejenigen Relationen berücksichtigt werden, die sich am Ort der Gräber manifestieren: Einzubeziehen sind innerjüdische Relationen ebenso wie jene zwischen Juden und Christen, Relationen unmittelbarer Natur ebenso wie solche vermittelt über materielle und ideelle Objektivationen.
Die Überlieferungslage erlaubt es nicht, die Untersuchung auf einen Ort zu konzentrieren. Die problemorientierte Analyse muss sich an geographisch verstreuten Überlieferungsnestern aus verschiedenen Städten des Reichs orientieren und die Zeugnisse unterschiedlicher Gattungen für ihre Fragen fruchtbar machen. Insgesamt dominiert die lateinische Überlieferung der christlichen Umwelt: Vor allem Urkunden und städtischem Verwaltungsschrifttum, mitunter der Historiographie sind Informationen hinsichtlich der Stellung des jüdischen Begräbnisplatzes zu entnehmen. Wesentliche Ergänzung liefern hebräische Quellen und somit die jüdische Eigenüberlieferung. Hier sind zwei Quellengruppen hervorzuheben: Grabsteine und ihre Inschriften, materielle Zeugnisse des Friedhofes, sowie rabbinische Rechtsgutachten, sheelot u-teshuvot bzw. sog. Responsen, in denen vielfältige Problemaspekte im Umgang mit der Begräbnisstätte traktiert werden.
Veranstaltungen
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3. Februar 2012
Das Reale in der Psychoanalyse
Workshop des Graduiertenkollegs „Das Reale in der Kultur der Moderne“
Fr-Sa, 3.-4. Februar 2012
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7. Februar 2012
Bloggen, Twittern, Sharen in der Wissenschaft. Zeitverschwendung oder Chance?
Brown-Bag-Seminar
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8. Februar 2012
One in Many, Many in One
How Integration Emerged in the Discourse on Islam and Science
Prof. Leif Stenberg, Dr. Stefano Bigliardi (Lund University, Center for Middle Eastern Studies)
Kulturwissenschaftliches Kolloquium
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9. Februar 2012
„Das ist Amerika!“ Visuelle Repräsentationen der USA in der sowjetischen Presse während des Kalten Krieges
Dr. Isabelle de Keghel (Berlin)
Arbeitsgespräch des Kulturwissenschaftlichen Kollegs
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10. Februar 2012
Benjamin Disraeli: Romanwelten eines Politikers
Seminar im Rahmen der Dahrendorf-Gastprofessur
Patrick Bahners (Frankfurt M.), Matthias Oppermann (Potsdam)
Fr-Sa, 10.-11. Februar 2012
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13. Februar 2012
Basque Culture and Political Conflict
Basque Symposium Konstanz
Mon-Tue, 13-14 February 2012
Audio/Video
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12. Dezember 2011
Zarte Lyrik und die Herrschaft des Buches [Update]
Der Literaturwissenschaftler Albrecht Koschorke über „Dichtende Despoten“. Videobeitrag von zdf.kultur und 3sat Kulturzeit