Religiöse Identität und religiöser Austausch in einer multireligiösen Gesellschaft (Outremer im 12. und 13. Jahrhundert)
Abstract
Das Projekt beschäftigt sich mit der Frage nach Erklärungsmodellen für die (religiösen) Interaktionsprozesse zwischen der indigenen Bevölkerung und den lateinischen Christen innerhalb der Kreuzfahrerherrschaften. Lange Zeit wurde innerhalb der Forschung ein Segregationsmodell postuliert, welches jegliche weitere Interaktionen zwischen den einzelnen Akteuren, die über nützliche Kooperationen hinausgingen (z. Bsp. innerhalb des Handels), zurückwies. Seit etwa einem Jahrzehnt aber werden neue Ergebnisse anhand von vor allem kunsthistorischen und archäologischen Methoden erarbeitet, die intensive Austauschprozesse in religiösen, kulturellen und sozialen Feldern belegen. Auch im Bereich der Mediävistik ergibt sich immer mehr ein anderes Bild als das einer segregierenden Gesellschaft. Allerdings deuten neue Kontroversen bzw. Widersprüche daraufhin, dass die Frage in welcher Art und Weise interkonfessionelle/ -religiöse Interaktionen ausgeübt wurden, sozial- und kulturhistorisch noch nicht geklärt sind. Denn teilweise sind die bisherigen Modelle zu wenig differenziert gedacht, teilweise werden Begriffe wie Toleranz verwendet, um diese verschiedenen Austauschprozesse zu deuten. Eine Definition von Toleranz ist das mehr oder weniger widerstrebendes Hinnehmen und Ertragen einer Wahrheitsgewissheit, die zu eigenen Überzeugungen in Spannung steht (Gephart). Im Falle dieses Projektes wäre dies das gegenseitige Hinnehmen und Ertragen der verschiedenen Konfessionen. Doch die religiösen Interaktionen in den Kreuzfahrerherrschaften gehen über bloßes Hinnehmen und Ertragen hinaus.
Ziel des Projektes soll nun sein, neue methodische Zugänge im Bereich der Kreuzfahrergeschichte zu entwickeln, die sich konkret mit religiösen Interaktionsformen auseinandersetzen. So sollen an die Fälle religiöser Interaktion Fragen nach der religiösen Identität gestellt werden, die wiederum Einblicke in das Zusammenleben der Bevölkerung von Outremer liefern sollen. Wie verhält sich die eigene zur anderen Identität? Gibt es eine gemeinsame religiöse Identität? Bedeutet eine Pluralisierung der Konfessionen eine Pluralisierung der Identitäten? Gibt es Mischformen? In welcher Art und Weise lässt sich von Identitäten auf eine integrierende, assimilierende oder akkulturierende Wirkung der Kreuzfahrerherrschaften schließen? Wie muss zeitlich und räumlich differenziert werden?
Veranstaltungen
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21. Mai 2012
The Virtual Hadrian’s Villa
Prof. Dr. Bernard D. Frischer (Virginia)
Vortrag in Kooperation mit dem Zukunftskolleg
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23. Mai 2012
EU-Migrationsrecht zwischen universeller Freizügigkeit und „Festung Europa“
Prof. Dr. Daniel Thym (Konstanz)
Kulturwissenschaftliches Kolloquium
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24. Mai 2012
Das I/innere Afrika des Realismus. Literatur und Wissen über Afrika in der (Zeitschriften-)Kultur der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
Dr. Daniela Gretz (Bochum)
Arbeitsgespräch des Kulturwissenschaftlichen Kollegs
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24. Mai 2012
Rationalism tries to meet Empiricism: The Leibniz-Locke dialogue that didn't take place
Prof. Dr. Marcelo Dascal (Tel Aviv University)
Lecture
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25. Mai 2012
Körper in Bewegung – Sport durch die Jahrhunderte
Universitätstag der Geisteswissenschaften
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30. Mai 2012
Reisen in Grenzregionen. Dokumentarische Blicke, mobile Betrachter
Werkstattgespräch
mit Ulrike Ottinger, Ursula Biemann, Shaheen Dill-Riaz, Deniz Göktürk, Sven Sappelt, Tanja Zimmermann. [geändertes Datum]
Audio/Video
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17. April 2012
„Nirgendwo Gott näher sein als hier“
Die ARD-Sendung Weltreisen begleitet die Konstanzer Historikerin Verena Krebs und ihren Assistenten Philip Mayer auf ihrer kunsthistorischen Forschungsreise zu den berühmten Felsenkirchen im Norden Äthiopiens. Einblicke